GESTALTTHERAPIE

„Meine Art der Therapie will nicht ‚fit‘ machen, sondern frei“.

Was ist Gestalttherapie? – Mein Ansatz

Gestalttherapie ist eine experimentelle, humanistische Therapieform. Das bedeutet in erster Linie, dass ich nicht den Anspruch habe, für jedes Problem sofort eine Musterlösung parat zu haben, die den Klient*innen dann übergestülpt wird. Es geht vielmehr darum, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten und Menschen dabei zu unterstützen, sich selbst anzunehmen und eigene Lösungen auszuarbeiten.

Entscheidend ist immer der individuelle Leidensdruck: Wenn etwas für dich kein Problem darstellt, ist es für mich auch keines! Ich richte mich nach deiner eigenen Wahrnehmung und du entscheidest selbst, was du bearbeiten möchtest und wo du ggf. Veränderungsbedarf siehst.

Die Bedürfnisse, Wahlfreiheit und Selbstverantwortlichkeit der Klient*innen stehen immer im Mittelpunkt. Möglicherweise schlage ich dir kleine Experimente vor – das Ausprobieren einer neuen Methode oder einer anderen Reaktion beispielsweise. Du entscheidest selbst, ob du dich darauf einlassen möchtest oder ob es gerade „nicht passt“.

Der Gestalttherapie liegt ein ressourcenorientiertes Menschenbild zugrunde: das Vertrauen in die Fähigkeit aller Menschen zu kreativem Wachstum und konstruktiver Veränderung.

Dabei kennt sie keinen Krankheitsbegriff – jedes „Problem“ wird als funktional wahrgenommen, als Lösung für ein anderes Problem. Klient*innen müssen nicht befürchten, dass ihre Eigenheiten abgewertet oder pathologisiert werden und können vielmehr selber erforschen, welchem Zweck ihr Verhalten oder Empfinden dient. Durch Ausprobieren im sicheren Rahmen werden neue Wege erkundet, sich in der Welt zu verorten und mit Situationen umzugehen.

Empathie und Respekt in der therapeutischen Beziehung

Der Kontakt zwischen Therapeutin und Klient*in lässt sich am ehesten als Teamarbeit und Miteinander auf Augenhöhe umschreiben, jedoch mit klar umrissenen Rollen: Ich begleite dich mit viel Zugewandtheit, stelle dir meine Wahrnehmung zur Verfügung und halte dir den Rahmen, innerhalb dessen du dich erkunden, entdecken und entwickeln kannst.

Oft wird gefragt, ob Therapeut*innen überhaupt „wissen, was sie tun“. Meines Erachtens kann diese Frage grundsätzlich nur mit „Jein“ beantwortet werden. Menschen sind wunderbar komplex und individuell – so sehr, dass niemand eine Lösung einfach herbeizaubern könnte. Wir erarbeiten uns Lösungen und Wege gemeinsam und in der Zeit, die dafür benötigt wird.

Methoden

Die Methoden der Gestalttherapie sind fantasievoll und fast unbegrenzt.

Es kann sein, dass wir uns hauptsächlich unterhalten und dabei gemütlich sitzen. Je nach deinen Bedürfnissen werden wir ggf. auch malen, zeichnen, singen, tanzen oder uns mithilfe von Instrumenten ausdrücken. Wenn du magst, werden wir Bewegungsmeditationen oder klassische Meditationen ausprobieren, Aggressionen erkunden oder gar miteinander kämpfen (mit speziellen, therapeutischen Schaumstoffwaffen, die sogar für Kinder unbedenklich sind), mit Stimme und Körper improvisieren oder Achtsamkeits- und Körperübungen machen.

Eine typische Methode der Gestalttherapie ist die Arbeit mit sogenannten inneren Anteilen: auf der inneren Bühne können verschiedene Akteure auftreten, z.B. die innere Mutter, das innere Kind oder auch der innere Schweinehund und der innere Einpeitscher (Freud nannte die letzten beiden Es und Über-Ich). Durch Identifikation und/oder Konfrontation dieser Anteile gelangen wir zu mehr innerer Integrität und Ganzheit.

Auch klassisch verhaltenstherapeutische Methoden kommen zum Einsatz, wenn es die Lebensumstände erfordern oder der*die Klient*in das Bedürfnis verspürt.

Gestalttherapie ist keine Esoterik. Zu keinem Zeitpunkt werden Methoden zu Geheimnissen gemacht, auf Wunsch erkläre ich gerne auf theoretischer oder Meta-Ebene, was ich getan habe. Besonders theoretisch veranlagten Klient*innen kann dies helfen, sich auf Therapie und Selbsterfahrung einzulassen.

Vertraulichkeit

Vertrauen aufzubauen kann dauern, vor allem bei Themen, die mit Scham- oder Schuldgefühlen behaftet sind. Du bestimmst dabei dein eigenes Tempo.

Selbstverständlich tausche ich mich mit niemand, auch keinem nahestehenden Menschen, über Sitzungen und Klient*innen aus und nehme meine Schweigepflicht ernst.

Für wen?

Grundsätzlich kann jede*r zu mir kommen, unabhängig von Alter, Geschlecht, Gender, sexueller Präferenz, Beziehungsform, und so weiter. Bei Kindern unter 14 Jahren führe ich im Vorfeld ein ausführliches Gespräch mit einem*r Sorgenberechtigten.

Weiterführende Informationen:

Ausführlichere Informationen zum Thema Gestalttherapie und ihren Hintergründen sind auf Wikipedia in einem gut geschriebenen Artikel verfügbar.

Zu vielen Themen besitze ich Fachliteratur, die von Klient*innen bei Bedarf bei mir ausgeliehen werden kann.